Grundregeln für's Füttern
Hund ist nicht gleich Hund: Nicht nur bei der Frage was gefüttert wird, sondern auch beim "Wann" und "Wie oft", sollte man die Besonderheiten der Vierbeiner beachten.
Großer Hund – Kleiner Hund
Ein normal großer Familienhund sollte einmal täglich zur gleichen Zeit gefüttert werden. Für extrem kleine Hunde oder besonders große Hunde ist eine Fütterung zweimal täglich bekömmlicher. Die
Zwerge sollten zweimal gefüttert werden, weil sie für ihre Größe relativ viel Energie verbrauchen. Den Riesen bekommen kleinere, aber häufigere Mahlzeiten besser, weil ihr Verdauungstrakt
verhältnismäßig kurz und sehr sensibel ist.
Trächtige und säugende Hündinnen
Häufiger als einmal täglich sollten auch tragende Hündinnen ab der zweiten Hälfte der Trächtigkeit und Hündinnen, die Welpen säugen, gefüttert werden. Denn bei der trächtigen Hündin nehmen die
Babys so viel Platz im Bauch für sich in Anspruch, dass in den Magen der Hündin auf einmal gar nicht mehr so viel Futter passt, wie sie braucht.
Die säugende Hündin benötigt viel Energie, um die Milch für die Welpen bilden zu können.
Wer viel leistet, muss viel essen
Auch für Hunde, die außergewöhnliche Leistungen erbringen müssen, z.B. Schlittenhunde, können mehrere Mahlzeiten täglich angebracht sein. Immer sollte man folgende Grundregeln beherzigen: Der
Hund sollte möglichst immer zur gleichen Zeit gefüttert werden, dann kann sich sein Verdauungstrakt auf die Mahlzeit einstellen. Die festen Futterzeiten haben auch einen erzieherischen Sinn. Wenn
sie konsequent eingehalten werden und dem Hund zwischendurch nichts zugesteckt wird, wird er auch bald das lästige Betteln aufgeben oder es gar nicht erst anfangen.
Was und wie viel füttern?
Futtermenge und -art hängen von der Rasse, dem zu erwartenden Endgewicht, der Bewegung und dem Individuum ab. Auch bei Hunden gibt es gute und schlechte Futterverwerter. Ein junger Hund wird
häufig "zu gut" gefüttert, denn viele Hundehalter sind der Meinung: „Der ist noch klein und muss noch wachsen!“ Ein Welpe mit Übergewicht kann schnell Gelenkschäden bekommen, denn das Skelett
(weiche Knochen) kann die „Masse“ an Übergewicht nicht tragen. Bei großen Rassen kann es durch zu hohe Energiezufuhr in der Wachstumsphase zu schweren Skelettschäden kommen, da zu viel Energie
das Wachstum beschleunigt. Allerdings nur das der Muskeln, die Knochen können bei diesem Tempo nicht mithalten. Entscheidend für gesunden Knochenbau ist die Versorgung mit Kalzium und
Phosphor.
Den Futternapf nie den ganzen Tag stehen lassen
Das Futter sollte man niemals frisch aus dem Kühlschrank servieren. Das Futter ist ansonsten zu kalt und die Kälte könnte sich auf den Darm niederschlagen. Sollte der Hund seinen Napf nicht
vollständig leeren, wird der Napf nach ca. einer halben Stunde weg genommen und gesäubert. Mit dieser Maßnahme erreicht man zwei Dinge: das Futter kann im Napf nicht verderben und gerade die
heiklen Schleckermäuler werden zu einer zügigen Futteraufnahme erzogen. Man sollte auch nicht zu viel füttern, denn man will ja kein „Dickerchen“ haben.
Ob der Hund optimal ernährt ist, sieht man ihm an
Ein gesunder Junghund hat ein glänzendes Fell, ist rank und schlank, aber nicht mager. Er hat Freude an Bewegung, ist neugierig und kann gar nicht genug vom Spielen und Toben bekommen.
Leistungs- und Sporthunde
Wer viel leistet, muss auch viel essen – das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Hunde. Es kommt aber nicht nur auf die Menge, sondern auch auf den Inhalt an.
Ernährung für Aktive
Hunde, die überdurchschnittlich gefordert werden, brauchen in punkto Ernährung eine Sonderbehandlung. Das betrifft nicht den Familienhund, der am Wochenende einen besonders langen Spaziergang
macht oder häufiger als der Vierbeiner des Nachbarn unterwegs ist. Seinen Hund körperlich zu fordern, sollte der Normalfall sein. Hier geht es um Vierbeiner, die einen "Job" haben und bei denen
die überdurchschnittliche Herausforderung zum Alltag gehört.
Schwerarbeiter brauchen viel Energie
Also zum Beispiel Polizei-, Schlitten-, Schäfer- und Jagdhunde, die ihre Aufgabe nicht nur im Namen tragen, sondern tatsächlich aktiv ausüben. Diese Tiere haben einen wesentlich höheren
Energiebedarf, als die Artgenossen, die sich mit drei Mal täglich spazieren gehen und diversen Spielrunden mit der Familie begnügen. Sie brauchen eine bis zu viermal höhere Dosierung des Futters,
die zudem auch einer speziellen Zusammensetzung bedarf.
Sehr individuelle Bedürfnisse
Es gibt zwar auch vorgefertigte Mischungen für besonders aktive Rassen, doch die Bedürfnisse dieser Tiere sind sehr unterschiedlich. Was und wie viel so ein Arbeitstier braucht, hängt unter
anderem von seinem Alter und seinen Aufgaben ab.
„Aktivfutter“ ist nichts für „normale“ Hunde
Haltern von "normalen" Hunden kann man nur dringend empfehlen, ihren Vierbeiner nicht mit Nahrung für aktive Hunde zu versorgen. Familienhunde haben kaum Gelegenheit diesen Überschuss an Energie
auch wieder abzuführen. Ergebnis: Entweder werden sie hyperaktiv oder dick.
Fütterungsregeln auf dem Prüfstand
Fastentage sind überholt.
"Einen Tag pro Woche hungern lassen": dieser Grundsatz wurde jahrzehntelang von Züchtern und Hundehaltern praktiziert. Sinnvoll ist er deshalb aber noch lange nicht.
Hungern muss nicht sein
Viele alte Züchter und erfahrene Hundehalter empfehlen immer noch, den Hund einen Tag in der Woche fasten zu lassen. An diesem Tag soll der Hund nur Wasser zu sich nehmen. Als Begründung führen
die Anhänger des Fastentages an, dass dadurch der Darm des Hundes gereinigt und entgiftet werde. Nach den Erkenntnissen moderner Ernährungswissenschaft ist das allerdings blanker Unsinn: so eine
Darmreinigung findet einfach nicht statt. In die gleiche Märchenecke gehört auch das Argument, dass Wölfe, die Vorfahren der Hunde, schließlich oft tagelang nichts zu fressen bekommen hätten.
Deshalb sei es "natürlich" (und damit automatisch auch gut?), den Hund ab und zu hungern zu lassen. Könnten Sie einen Wolf fragen, würde er Ihnen erklären, dass er durchaus versucht, jeden Tag
etwas zu fressen und es ihm am Besten geht, wenn er das auch kann.
Fasten nur bei Durchfall oder Erbrechen
Ein Fastentag beim Hund macht zwar Sinn, aber nur dann, wenn das Tier unter Erbrechen oder Durchfall leidet. Auch hierbei geht es nicht um die "Darmreinigung", sondern darum, dass die Schleimhaut
des Verdauungstraktes nicht weiter gereizt wird.
Wenn der Hund von sich aus nichts mehr frisst
Wenn der Hund selbst mal beschließt, nichts zu fressen, steckt in der Regel ebenfalls ein leichtes Unwohlsein dahinter. Nimmt er sein Futter am nächsten Tag wieder zu sich, muss man sich keine
weiteren Gedanken darüber machen. Sollte die Appetitlosigkeit anhalten, ist ein Tierarztbesuch fällig.
Statement von Kessy:
Wenn es mir mal nicht gut geht, merkt mein Frauchen das sofort an meinem Fressverhalten. Es geht damit los, dass ich nicht alles auffresse und man mich zum Fressen animieren muss. Sollte ich
etwas Ernstes haben (z.B. eine Darmentzündung) hört man mich schon vom Weitem, denn dann rumpelt es laut in meinem Bauch. Ich bin froh, dass mein Frauchen mich so gut kennt. Allerdings ist dann
auch der Besuch beim Tierarzt fällig, grrrr………