Mein Jagdtrieb

(das große Leid meines Frauchens)

 

Wir sind auf der schönen großen Wiese und wollen etwas Trainieren und mit dem Ball spielen.

 

NOCH SIND WIR AllEINE !!!!

Aber dann kommen ein paar Rehe aus dem angrenzenden Wald gehuscht und wollen eigentlich nur in Ruhe am Waldrand grasen.

Frauchen bekommt Schweißperlen auf der Stirn, WARUM???

 

AAAAAh, Rehe und damit kann man Fangen spielen....... darum, Ball weg, den Turbo an und wech........

Frauchen ruft mich zurück……ich kann sie nicht hören...... der Wind pfeift durch meine Ohren.......

 

Ich laufe Kilometer durch die Wälder, über angrenzende Wiesen und Felder. Man macht dass einen Spaß.

Das Reh seh ich zwar nicht mehr, aber irgendwo hier muss es doch sein. Also, die Nase auf den Boden und schnüffeln was das Zeug hält.

JA, hier war es…dort geht es weiter.......

 

Meine Gedanken schweifen ab zu meinem Frauchen... ob sie immer noch irgendwo da hinten steht..... macht sie sich Sorgen...... ob sie wohl böse ist??? Hier gehen wir bestimmt nicht wieder hin.....

 

(Frauchen)

Man, wo ist die bloß..... hoffentlich passiert ihr nichts.....

War das ein Schuß...... NEIN, bitte nicht.......

Soll ich hinterher? Das soll man ja nicht. In der Hundeschule habe ich gelernt, dort stehen zu bleiben, wo der Hund abgehauen ist.

Sollte der Hund zurückkommen, ist es wichtig, dass ich noch hier bin.

Hoffentlich kommt sie zurück!!!!

Was mach ich, wenn sie nicht wieder kommt???

Wie lang soll ich warten????

 

Der zieh ich die Ohren lang, wenn sie wiederkommt......

Da war es wieder...... das Reh...... jetzt noch mal den Turbo anwerfen........ Dich krieg ich!!!!!!

 

Über das nächste Feld und ab in den nächsten Wald....... gleich hab ich dich........ ob ich wohl mal langsam zurück soll........ Frauchen ist bestimmt schon krank vor Sorge....... Ok, nur noch ein kleines Stück.........

 

Jetzt aber zurück......... für heute hat das Reh den Sprint gewonnen.

Wie war noch mal der Rückweg????

Nase auf den Boden und die eigene Spur suchen.......

...ah ja da war ich........ und jetzt hier lang......... das Feld runter........über die Wiese........ durch den Wald........ PUH, mal Luft holen.........

 

Ruft da wer meinen Namen........ die Pfeife kenn ich doch........

Frauchen ich komme.......... weiter durch den Wald.......... wieder über ein Feld........ die nächste Wiese........noch ein Wald?????

 

War ich wirklich soooo...... weit weg????

 

Noch mal Horchen........ da die Pfeife....... dort entlang........... und dann...........ist das Frauchen da hinten?????

 

Upps, wie sieht die denn aus......... irgendwie säuerlich........hm........ geh ich jetzt dahin, ich bekomm bestimmt ganz dolle Schimpfe und dann wars das mit meinem Freilauf.

 

Ich versuch es mal gaaaaanz vorsichtig mit dem Dackelblick.

Frauchen hat mich entdeckt, sie ruft meinem Namen....... KESSY HIEEEER........ jetzt aber schnell…….

Ich kann sehen, wie es in Frauchens Kopf rattert........

 

(Frauchen)

Was habe ich in der Hundeschule gelernt?

Rückruf........ der Hund kommt........ Belohnung!!

Hat sie das verdient???

Eigentlich müsste ich mit ihr schimpfen und ihr die Ohren lang ziehen, weil sie abgehauen ist. Nein, dass ist auch wieder verkehrt, sonst entsteht eine falsche Verknüpfung. Was mach ich bloß???

 

Ich bin soooo sauer......

Ich darf mir nichts anmerken lassen, lächeln, freuen, auch wenn es schwer fällt.

Frauchen hier bin ich wieder !!!!

Upps, sie freut sich, ich krieg Leckerli`s, aber WOFÜR?????

 

Fürs Abhauen bestimmt nicht!!!!

 

Oh, wie schön, sie knuddelt und drück mich, aber WOFÜR????

 

Fürs Abhauen bestimmt nicht!!!!

 

Jetzt werde ich auch noch fürsorglich auf Verletzungen untersucht, aber WOFÜR????

 

Fürs Abhauen bestimmt nicht!!!!

Frauchens Stimme:

Gott sei Dank bist du gesund wieder zurück!!!!

Ich hatte so eine Angst, dass der Förster dich erwischt oder das du dich verläufst und nicht mehr zurück findest.

 

Oh, verdammt........ sie weint und hat sich große Sorgen gemacht.

Dafür waren also die Leckerli`s, weil ich gehört habe, als sie mich gerade gerufen und ich gesund wieder zurückgekommen bin.

 

Was mach ich jetzt????? Soll ich das Jagen sein lassen?????

 

Och Nöö, es war doch soooooo schön. Laufen was das Zeug hält..... alleine im Wald, den Wind in der Nase....... ich war total glücklich.

 

Jetzt drück ich mich mal ganz dolle an mein Frauchen, leck ihre Tränen weg und zeige ihr, dass es mir unendlich Leid tut und ich sie doch lieb hab.

 

Aber das nächste Mal spiel ich wieder Fangen mit dem Reh……*grins*

 

Jetzt komm ich erst mal an die Leine *grrrrrrr*

so ein Sch........ bin ja auch selbst Schuld!!!!

Wenn euch die Geschichte von meinem "Ausflug" gefallen hat, dann schreibt mir doch etwas dazu.

Vielleicht hat ja der eine oder anderen einen guten Ratschlag.

Frauchen ist für jede Anregung dankbar.

Denn sie hat wirklich schon alles versucht.........


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Kommentare: 5
  • #1

    max-welt (Donnerstag, 23 September 2010 21:16)

    Ich finde die geschichte toll:)

  • #2

    Doris und Dackel (Samstag, 30 Oktober 2010 08:29)

    Hier kommt etwas für das Kessy-Frauchen!Ganz in der Nähe von Euch habe ich mit meiner Dackelzucht begonnen,in Düsseldorf-Lohausen.Da sind viele Felder ,und ich ging mit acht bis neun Dackeln spazieren-klar-freilaufend. Dabei habe ich gelernt,auf die Windrichtung zu achten:Wind von vorn-alle Hunde anleinen!Sie erschnuppern natürlich alles zuerst.Hundenase auf dem Boden-achtgeben-Leine bereithalten-Augen und Ohren aufsperren-ständiger Rundumblick.Und pausenlos auf die Körpersprache der Hunde achten.Ansprechen mit Namen,um die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken.Bei entspanntem Laufen alle ab und zu heranrufen-es gibt Leckerchen.Und Zielen üben mit der Wurfkette-der Schreck über den so langen Arm von Frauchen ist ein gutes Hilfsmittel.Nein-Entspannubng ist so ein Spaziergang nicht für den Menschen...aber für die Hunde!Grüße vom Wachtelnest und Doris

  • #3

    manuboru (Mittwoch, 24 November 2010 17:37)

    Hi Babsi

    ich habe mich gerade wieder gefunden in deinen Worten und deiner Ausreisserstory von der Turbobiene! Mein Oscar ist da genau gleich... Ich bin mittlerweilen schon eine richtige Expertin in ¨Achtung, Ohren werden gespitzt¨, ¨Achtung, Ohren verändern Position im Allgemeinen¨, ¨Achtung, der Gang verändert sich¨ (also Oscar's und nicht meiner!!), ¨Achtung, Oscar schnüffelt und die Windrichtung ist zu uns¨! Der Spaziergang wurde zum absoluten Kontrollspaziergang und das konnte es ja auch nicht sein! Ich habe angefangen wieder gezielt zu trainieren mit Oscar. Ich rufe ihn ab und an zurück und wenn er dann sofort kommt dann wird so was von gejubelt, gefreut, gejumpt, gespielt und mit Leckerlis verwöhnt... Völlig übertrieben mache ich mich zum Clown und es funktioniert (meisten).
    Gut, Oscar ist ja auch ein Jagdhund und von daher... keine weitere Worte!
    Ich denke mehr als das Zurückrufen üben und auf ihre Körperhaltung achten kannst du nicht machen.

    Jaja, so ein Spaziergang kann ganz schön aufregend sein

    Oscar's Leinenfrau

  • #4

    jack-russell (Donnerstag, 02 Februar 2012 11:32)

    Das ist absolut richtig fürs Kommen belohnen, sehr wichtig.
    Ein Fehlverhalten sollte man immer einfach ignorieren, kann man ja in dem Fall nicht, ist für Hundi ja so wieso selbstbelohnend.
    Strafe darf nicht sein, würde von ihm nur falsch verknüpft und nächstes Mal noch länger weg bleiben. Das ist so total das einzig Richtige, lG Maja.

  • #5

    Auch_ein_Frauchen (Dienstag, 16 Februar 2016 02:40)

    Hallo,

    ich bin rein zufällig auf diese Seite gestoßen - nachdem ich heute im Wald stand. Wo ist er nur? Hoffentlich kommt er bald.... wie verhalte ich mich dann?

    Dabei kann ich ihn von Mäuselöchern abrufen, vom Futter abrufen, mitten aus der Hatz (wenn es Ball oder Dummy ist) abrufen. Bei uns muss noch nicht einmal Wild in Sicht sein, meiner ist ein reiner Spurenjäger. Und heute hätte ich ihm die Ohren langziehen mögen!!!!!