Die Sprache der Hunde...

Beschwichtigungssignale

Wir Hunde haben unsere eigene Sprache. Wir senden unserem Gegenüber bestimmte Signale durch Körperhaltung oder Mimik.
So versuchen wir z.B. Konflikte zu lösen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.
Wir setzten unsere Signale auch gegenüber euch Menschen ein. Leider verstehen oder bemerken eine Vielzahl euch unsere Sprache gar nicht, weil ihr euch nicht mit unserer Welt auseinander setzt und es auch nicht wollt. Für solche Menschen unter euch ist nur wichtig, dass wir auf Kommando gehorchen, egal wie.

Einen Hund zu besitzen heißt nicht nur, das wir uns unterordnen und an eurem Leben teilnehmen sollen, sondern auch ihr Menschen solltet an unserem Leben teilnehmen.

Hier möchte ich einige der Signal erklären:

Den Kopf abwenden

In der Hundewelt:
Ein anderen Hund könnte sich zu schnell nähern oder direkt auf mich zulaufen.
Der entgegenkommende Hund hat Signale ausgestrahlt, auf die ggf. geantwortet werden.

Beim Menschen:
Ihr beugt sich über den Hund oder umarmt ihn.


Das Abwenden des Kopfes kann eine schnelle, kaum merkbare, Handlung sein. Manchmal ist es auch ein übertriebenes Abwenden oder über einen längeren Zeitraum.
Durch das Abwenden des Kopfes drücken wir unser Unwohlsein aus, wir fühlen sich in der gegenwärtigen Situation nicht wohl.

Die Augen (blinzeln oder wandern)
Man hat den Eindruck, dass wir einem zu zwinkern oder dass wir mit den Augen rollen.
Z.B., wenn wir so fest umarmt werden, dass wir keine Möglichkeit haben den Kopf abzuwenden.
Es kann auch sein, dass wir uns bedroht fühlen und es vorziehen stock steif in seiner gegenwärtigen Position zu verbleiben ( siehe auch bei Erstarren). Egal ob wir gerade liegen, stehen oder sitzen.
Wir können auch unseren Blick verkürzen oder gänzlich vermeiden. Das passiert z.B., wenn ihr uns frontal in Augenhöhe gegenüber sitzt.

Sich abwenden
Dies ist ein sehr eindeutiges Signal, welches meist verwendet wird, wenn andere Signale nicht ausreichen.
Wir zeigen deutlich die Flanke oder das Hinterteil. Wir wollen damit auf gar keinen Fall Dominanz oder Ignoranz ausdrücken, sondern versuchen so einen Konflikt zu vermeiden.

Die Nase lecken
Mit einer raschen Zungenbewegung leck ich mir über das Maul. Meist geht es so schnell, dass ihr es fast gar nicht bemerkt.
Z.B., wenn ihr euch über uns beugt um uns anzuleinen. Oder wenn ihr uns mit ärgerlicher Stimme anspricht, weil wir vielleicht einen Befehl nicht sofort oder gar nicht ausführt.

Das Erstarren
Dies würde z.B. passieren, wenn wir uns in einer Situation bedroht fühlen. Mit dieser Regungslosigkeit wollen wir unser Gegenüber beschwichtigen. Oder wenn einer von uns von mehren anderen Hunden von allen Seiten beschnuppert wird.

Langsame Bewegungen
Schnelle Bewegungen wirken manchmal bedrohlich, langsame Bewegungen haben daher einen beschwichtigenden Effekt.
Z.B., wenn ihr uns zu euch ruft und die Stimme für uns gereizt oder aggressiv wirkt, dann nähern wir uns meistens langsamer als sonst. Das ist kein Trödeln oder Ungehorsam, wir wollen einfach nur die Situation entschärfen.


Dies sind nur einige der "Beschwichtigungs" Signale aus unserer Welt. Es gibt noch eine Vielzahl mehr.
Achtet doch mal beim nächsten Spaziergang oder Training mit uns auf unsere Köperhaltung oder Mimik, ihr werden erstaunt sein.

Ihr könnt unsere Signale auch selbst uns gegenüber anwenden um uns zu zeigen, dass nichts passiert und ihr unsere Sprache versteht.

Hier ein Beispiel wie ich meine Sprache bei meinem Frauchen einsetzte:

(mein Frauchen versteht nämlich meine Sprache)

Ich hab mal wieder etwas angestellt und wurde ermahnt.
Die Ohren neigen sich nach hinten und ich versuche es mit dem "Dackelblick".

 

Hm, der Blick reicht reicht wohl nicht?

Mein Mund öffnet sich langsam....

Ich bin doch wieder lieb....

Dann leck ich mir mal schnell über das Maul.

 

Das ist das Beschwichtigungssignal.

Frauchen redet nur mit ruhiger etwas tieferen, aber bestimmter, Stimme.

Durch "meine Sprache" will ich sie wieder friedlich stimmen und so versuchen den Konflikt mit ihr zu lösen.

Natürlich mit vollem Erfolg.:-))



Wenn du mit den Hunden sprichst, werden sie mit dir sprechen und ihr werdet euch kennen lernen.
Wenn du nicht mit ihnen sprichst, dann werdet ihr euch nie kennen lernen. 
Was du nicht kennst, wirst du fürchten.
Was du fürchtest, zerstörst du.

(Häuptling Dan George)