Erste Hilfe am Hund

 

Noch ein ausdrücklicher Hinweis:

Die angeführten Tipps und Symptome sind nur Empfehlungen.
Die richtige Diagnose kann nur ein Tierarzt stellen!


Vergiftung 
Bei Verdacht auf eine Vergiftung solltet ihr so schnell als möglich versuchen den Tierarzt oder eine Tierklinik zu erreichen.

Als erste Maßnahme muss der Hund an der Aufnahme weiteren Giftes gehindert werden. Bei giftigen Gasen den Hund an die frische Luft schaffen und bei eventuellen ätzende Substanzen das Fell mit Wasser ausspülen (ohne Rubbeln oder Reiben). 
Soweit es möglich ist, sollte man etwas von der Substanz sichern, mit der der Hund in Berührung kam, evt. Erbrochenes oder die Verpackung, Beipackzettel etc. 

Hier sind einige Symptome, die bei einer Vergiftung auftreten können:
- Starkes Speicheln
- Zittern, Schwäche, Kreislaufprobleme (Kollaps mit Bewusstlosigkeit), Krämpfe,
   Lähmungen
- Heftiges Erbrechen, Durchfall
- Atembeschwerden bis hin zur Atemnot
- Blut im Erbrochenen, im Stuhl oder im Urin, 

  Blutungsneigung, Blutergüsse
- Veränderung der Pupillen, evt. Reizung der Augen- oder Mundschleimhaut

Augenverletzung
Sie können beim Stöbern in Büschen, beim Buddeln, durch Raufereien, Katzenhiebe entstehen oder wenn der Hund in einen Stacheldraht geraten ist. 

Sind Fremdkörper (z.B. Sand oder Splitter) in die Augen geraten, äußert sich das meist dadurch, dass das Auge stark tränt oder durch zukneifen des Auges und wischen mit der Pfote.

Bei Blutungen am Auge sollte man dieses mit einer Kompresse oder einem Verbandtuch bedecken. Im Notfall würde auch ein sauberes Tempo genügen. 
Sollte der Hund das Auge durch eine Schwellung nicht mehr schließen können, kann man die Kompresse anfeuchten. Durch die Feuchtigkeit wird die drohende Austrocknung des Auges verlangsamt. Zum Anfeuchten kann man Leitungswasser nehmen. 
Zur zusätzlichen Kühlung geht auch ein Coldpack, dass man auf den Verband legt. Dadurch wird die Schwellung verringert und Blutungen schneller gestoppt.

Ein Verband sollte nur angelegt werden, wenn das Auge blutet oder der Hund stetig mit der Pfote wischt. Durch den Verzicht auf einen Verband kann dem Hund zusätzlichen Stress erspart werden.
Falls ein Verband nötig ist, sollte man darauf achten, dass der Hund so wenig, wie möglich eingeschränkt wird. 

Grundsätzlich aber sollte jede Augenverletzung den Tierarzt gezeigt werden. 

Bissverletzungen
Dass stark blutende Bissverletzungen versorgt werden müssen, leuchtet jedem ein. Aber auch scheinbar harmlose Wunden haben es in sich. 

Einem Hundehalter fallen zunächst die stark blutenden Bisswunden auf, aber auch den kleinen Bissverletzungen sollten beachtet werden, da die Wunden immer mit Keimen, die am Gebiss des beißenden Hundes haften, verunreinigt sein könnten. Außerdem kann es vorkommen, dass die Haut durch die Zähne angehoben wird. So entstehen kleine „Taschen”, in denen sich Blut und Sekret ansammeln. Eine ideale Brutstätte für Bakterien.

Um eventuelle Bissverletzungen festzustellen, fährt man mit den Händen Stück für Stück über den gesamten Körper des Hundes. Dabei sollten die Hände häufig auf Blutspuren kontrolliert werden.  

Hat man eine Wunde entdeckt, müssen die die Wundränder vorsichtig mit einer Schere von Haaren befreit werden.. 
Blutende Wunden sollten mit einer Wundkompresse abgedeckt. 

Hat der Biss den Brustkorb des Hundes durchbohrt, ist höchste Eile geboten. Man sollte sich dann nicht lange mit der Versorgung der anderen Wunden aufhalten. Die Atemnot des Hundes wird sehr wahrscheinlich mit jedem Atemzug größer. Kann man die betreffende Stelle am Brustkorb (kurzfristig) ausfindig machen, sollte man vorsichtig eine feuchte Kompresse auf die Wunde drücken. Danach bitte schnellst möglich den nächsten Tierarzt aufsuchen. 
 
Bisswunden sollten immer nach ihrer ersten Hilfe von einem Tierarzt versorgt werden, auch wenn sie noch so klein erscheinen.

Hitzschlag
Die steigenden Temperaturen können für Vierbeiner zur (tödlichen) Gefahr werden! 
Ist es uns Menschen zu warm, schwitzen wir am ganzen Körper. Hunde können dies nicht. Sie schwitzen nur an den Pfoten. Die wirkungsvolle Regelung der Körpertemperatur geschieht durch Hecheln. Bei hohen Temperaturen, die wir Menschen noch ertragen können, reicht das Hecheln ggf. nicht mehr aus, ein Hitzschlag droht.

Deshalb ist es wichtig, dass der Hund in der warmen Jahreszeit nicht in schlecht belüfteten Räumen gelassen wird und schon gar nicht im Auto (auch wenn ein Fenster auf ist) oder durch Spiel und Sport überfordert wird.

In der Regel können Hunde gut mit der warmen Jahreszeit umgehen. Sie suchen sich ein schattiges Plätzchen und bewegen sich weniger. 

Das Bedürfnis nach Ruhe und Kälte des Hundes sollte man respektieren.
Längere Spaziergänge sollte in die kühleren Abendstunden verlegt werden.

Was passiert bei einem Hitzschlag?
Kommt der Hund in die missliche Lage, seine Körpertemperatur nicht mehr ausreichend regeln zu können, wird sie über die normalen 38-39°C ansteigen. Es kann sogar der kritische Wert von 42°C überschritten werden. Bei dieser Temperatur werden Eiweiße, die „Bausteine” des Körpers zerstört. Mit steigender Körpertemperatur dehnt sich das Gehirn aus. Da der Schädelknochen nicht nachgibt, wird mit zunehmender Ausdehnung Druck auf das Gehirn ausgeübt. Es kommt zu Funktionsstörungen.

So können sie einen Hitzschlag erkennen:
- starkes Hecheln
- schneller Puls
- erhöhte Körpertemperatur
- zunehmende Mattheit (der Hund kann später nicht mehr aufstehen)
- blasse oder bläuliche Schleimhäute (z.B. Lefzen,

  Zahnfleisch, Zunge) 
- Benommenheit und Taumeln
- Schock
- Bewusstlosigkeit

Erste Anzeichen sollten schon ein Warnsignal sein.
Erste Hilfe leistet man, indem man für eine gute Belüftung sorgt (Fenster und Türen öffnen, Hund aus dem Auto bzw. Raum holen) und den Hund nach Möglichkeit in den Schatten bringen. Man sollte ihm Wasser anbieten und für Ruhe sorgen.
Mit feuchten Tüchern kann man den Körper des Hundes vorsichtig und langsam abkühlen. Angefangen wird an den Pfoten an, dann arbeitet man sich langsam zum Rumpf und Kopf vor.
Auf jeden Fall sollte man umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Man sollte es tunlichst vermeiden mit einem aufgeheizten Auto zum Tierarzt zu fahren (vorher gut lüften).
Auf gar keinen Fall sollte man den Hund plötzlich abkühlen (z.B. mit einem Eimer kaltes Wasser übergießen oder unter Wasser tauchen ).

 

Krampfanfälle
Krampfanfälle können unterschiedliche Ursachen haben. Mitunter treten sie plötzlich und unerwartet auf. 

Bei Krampfanfällen denkt man zunäcst an Epilepsie. Es gibt aber eine Vielzahl von Gründen, die zum Krampfen des Hundes führen können. (z.B Herzfehler, Vergiftungen, Tollwut, Staupe)
Dabei kann sich das eigentliche Krampfen in Zuckungen oder Starre oder beides äußern. 
Von den Krämpfen kann der gesamte Körper oder nur Teile betroffen sein. 
Zusätzlich könnten noch folgende Symptome auftreten:
- in die Luft schnappen („Fliegenschnappen”)
- Orientierungslosigkeit
- im Kreislaufen
- umfallen
- unkontrollierter Kot- und Urinabgang
- nicht ansprechbar (eventuell auch noch kurz nach dem

  Anfall)
- Erschöpfung (nach dem Anfall)

Man sollten auf keinen Fall versuchen einen krampfenden Hund festzuhalten. Die enormen Kräfte, die bei einem Krampf entstehen, könnten zu weiteren Verletzungen führen (z.B. Knochenbrüche, Sehnen- oder Muskelrisse).

So kann man helfen:
- Gefahrenquellen beseitigen (z.B. Stühle bei Seite stellen,  

   Kanten und Ecken mit Decken oder ähnlichem abpolstern)
- Stress vermeiden 
- auskrampfen lassen (sollen die Krämpfen länger als 5 Minuten anhalten sofort den Tierarzt aufsuchen)
- nach dem Anfall dem Tier etwas Zeit zur Erholung geben
- zum Tierarzt fahren (dabei den Stress möglichst gering halten)

Schock
Bei einem Schock denken viele fälschlicherweise zunächst an einen mehr oder weniger kleinen Schrecken. Viel mehr handelt es sich aber um eine lebensbedrohliche Kreislaufbeeinträchtigung, die bei vielen Notfällen auftreten kann.

Die Auslöser für einen Schock können vielseitig sein. (z.B Flüssigkeitsverlust, Hitzschlag, Verbrennungen, allergische Reaktionen, plötzliche Abkühlung, Entzündungen, Vergiftungen) 

Mögliche Symptome für einen Schock:
- Steigerung der Herz- und Atemfrequenz 
- Blasse oder bläuliche Schleimhäute (z.B. Zunge oder

   Lefzen)
- Zittern / Frieren
- ungewöhnliches Verhalten (z.B. euer Hund greift euch an,

   ist verstört, flüchtet, ist oientierungslos)
- Körper fühlt sich kalt an

Mann sollte jetzt jeden Stress für den Hund vermeiden. Bewegt euch ruhig und redet sanft mit dem Tier. 
Wenn der Hund Atemnot hat, dann sollte man ihn in der Haltung lassen, die er für sich gewählt hat. Ansonsten kann man versuchen, den Hund auf die Seite zu legen. Ideal wäre es, das Hinterteil des Hundes hoch zulagern (z.B. mit einer Decke oder Jacke).
Um zu verhindern, dass der Hund weiter Wärme verliert sollte er zugedeckt werden. 
Auf keinen Fall darf man aktiv Wärme zuführen (z.B. durch Heizkissen oder Wärmflaschen). Dieses kann zu einer Weitung der Gefäße führen.

Weiterhin sollte man umgehend Kontakt einem Tierarzt aufnehmen.

 

Verbrennungen
Bei Verbrennungen oder Verbrühungen spricht man auch von thermischen Notfällen. 
Von Verbrühungen spricht man bei heißen Flüssigkeiten bzw. Gasen.
Bei Verbrennungen hingegen mit heißen Gegenständen, Strom, Strahlen oder Flammen.
Bei der ersten Hilfe ist es jedoch gleichgültig ob es sich um eine Verbrühung oder Verbrennung handelt. 
Verbrennungen bzw. Verbrühungen werden in vier Grade eingeteilt.

Je höher der Grad, desto schwerwiegender ist die Schädigung:

1. Grad
- Hautrötung
- betroffene Region fühlt sich warm an
- der Bereich ist berührungsempfindlich

2. Grad
- Hautrötung
- Blasenbildung
- der betroffenen Bereich ist sehr berührungsempfindlich
- eventuell fehlt auch Fell
- Kreislaufprobleme (Schock) können auftreten

3. Grad
- offene, nässende Wunden
- Hautfetzen / Fell fehlt
- Schorf (abgestorbenes Gewebe)
- Kreislaufprobleme (Schock / Bewusstlosigkeit)

4. Grad
Der vierte Grad unterscheidet sich vom dritten Grad in der Tiefe der Gewebsschädigung (z.B. Verkohlung)

Als Laie wird man große Schwierigkeiten haben den Grad der Verletzung richtig einzuordnen. Bei einer Verbrennung oder Verbrühung sollte man umgehend einen Tierarzt aufsuchen. 

Als Erstmaßnahme sollten allen Verbrennungen oder Verbrühungen gekühlt werden. Am besten eignet sich dazu fließendes, kaltes Wasser (z.B. Dusche oder Wasserhahn), sofern der Hund sich das gefallen lässt. Anderenfalls kann man auch zu einem feuchten Tuch oder Coldpacks greifen.
Durch das Kühlen wird das Ausbreiten der schädigenden Hitze (Nachbrenn-Effekt) verhindert. Gleichzeitig wirkt die Maßnahme schmerzlindernd.

Sind bereits Blasen vorhanden, sollte man diese auf gar keinen aufstechen.
Brandwunden sind nicht zu unterschätzen. Bei schlechter Versorgung kann unter anderem eine Blutvergiftung entstehen.


Verkehrsunfall
Ein Hund wurde von einem Auto angefahren. Trotz der Aufregung gilt es nun dem Hund besonnen zu helfen und die richtige Reihenfolge zu beachten.

Als Erstes sollte man die Unfallstelle absichern. 

Ist der Hund noch in der Lage zu laufen, sollte man ihn an den Straßenrand bringen, andernfalls muss er getragen werden (sofern der Hund sich anfassen läßt).
Vermutlich wird man den Hund am Straßenrand sicher versorgen können.
Auf jeden Fall sollte man sich vorsichtig und behutsam nähern.

Bevor der Hund angefasst wird, sollte man ihm ggf. für die Dauer der ersten Hilfe das Maul zubinden, damit er nicht aus Angst oder Schmerz zubeißt. Sollte der Hund sich erbrechen, Atemnot haben oder sogar bewusstlos sein, darf die Schnauze nicht zugebunden werden.
Verfällt der Hund in eine sogenannte Schonhaltung (z.B. ein entlastetes Bein), sollte man ihm in dieser Position belassen. Anschließend wird der Hund vorsichtig abgetastet. Dabei können weitere Verletzungen auffallen (insbesondere bei langhaarigen Hunden). Die Schnauze, Ohren und Augen sollten dabei nicht vergessen werden.

Bei der Versorgungsreihenfolge gilt:
Die Atmung und der Herzschlag, müssen als erstes versorgt werden. Das heißt beispielsweise bei einer Bewusstlosigkeit, die Atemwege frei machen:
- Fremdkörper entfernen
- Zuge rauslegen
- Kopf überstrecken

Erst danach solltet ihr euch um weitere Beeinträchtigungen kümmern.
Falls Wunden versorgt werden müssen, sollten diese auf keinen Fall abgebunden werden. Man sollte mit einer Wundkompresse oder einem Verbandtuch (z.B. Kfz-Verbandkasten) auf die Wunde drücken. Zur Not reichen auch Kleidungsstücke. Eventuell kann dadurch die Blutung schon zu gestillt werden. Die Wundauflage kann mit einer Mullbinde fixiert werden. Es ist darauf zu achten, dass nicht zu fest gewickelt wird, damit die Atmung nicht behindert oder der Körperteil abgebunden wird.
Größere Fremdkörper (z.B. Fahrzeugteile) dürfen auf gar keinen nicht herausziehen. Der Hund darf nicht daran lecken oder nagen, da diese Teile wie ein Korken die Wunde verschließen. Außerdem können beim Entfernen weitere Verletzungen entstehen.
Man sollte sich nicht davon täuschen, dass von außen keine Verletzungen zu entdecken sind. Der Hund kann noch Stunden nach dem Unfall an inneren Verletzungen sterben. 

Ihr solltet sofort mit einem Tierarzt oder Tierklinik Kontakt aufnahmen. Manche Tierärzte kommen bei einem Verkehrsunfall auch an die Unfallstelle.
   
Bewusstlosigkeit
Bewusstloser Hund! Was nun? Ein bewusstloser Hund schwebt akut in Lebensgefahr. Es gilt schnellst möglich lebensrettende Maßnahmen einzuleiten.

Die Bewusstlosigkeit kann vielfältige Ursachen haben (z.B. starker Blutverlust, Vergiftungen, Sauerstoffmangel, allergische Reaktionen, Stromschläge, Hitzschlag und Gewalteinwirkungen auf den Körper z.B durch einen. Sturz oder Autounfall).

Ein bewusstloser Hund liegt in der Regel leblos und erschlafft auf der Seite. Die meisten Muskeln sind außer Funktion. Was beispielsweise zur Folge hat, dass das der Hund nicht mehr Schlucken kann. So können schon kleinere Fremdkörper und Flüssigkeiten die Atmung erschweren. Hinzu kommt, dass auch die Zunge erschlafft und sich in die Atemwege legt, der Hund droht zu ersticken.
Man sollte sich langsam und von vorne nähern, dann spricht man den Hund an. Zeigt er keine Reaktion, fasst man ihn an. Um eventuelle Reaktion zu testen, kann man ihn sanft zwischen die Zehen kneifen. Reagiert der Hund nicht, geht man von einer Bewusstlosigkeit aus.

Um die Atmung zu sichern, zuerst ins Maul schauen, ob sich darin entfernbare Fremdkörper befinden (z.B. Erbrochenes, Stöckchenreste). Nach deren Beseitigen wird der Kopf überstreckt. Nase und Oberkopf müssen ungefähr eine gerade Linie mit dem Rücken bilden. Dadurch schafft man den nicht sichtbaren Teil der erschlafften Zunge aus den Atemwegen.
Nun müssen die Vitalfunktionen berprüft werden. Sind die Vitalfunktionen vorhanden, so wird der Hund vorsichtig und mit überstrecktem Kopf sofort zum nächsten Tierarzt gebracht.. 
Sollten keine Vitalfunktionen vorhanden sein, kann man den Hund reanimieren:
(Aber Vorsicht, dass sollte gelernt sein!!)

Beatmen (2x):
Hierbei werden die Lefzen mit beiden Händen umfaßt.
Nun umschließt man die Nase mit seinen Lippen und pustet  2x hinein, bis sich der Brustkorb hebt. Nach der ersten Beatmung muss man abwarten, bis der Hund ausgeatmet hat.

Herzdruckmassage (10x):
Der Hund sollte idealer Weise auf der rechten Seite und auf einem festem Untergrund liegen (z.B. Tisch oder Fußboden).
Nun kniet man sich hinter den Hund. 
Eine Hand wird neben die Schulter des Hund auf den Brustkorb gelegt. Nun kommt die andere Hand auf die bereits abgelegte. Die Arme müssen durchgestreckt sein und einem „V” ähneln.
Man drückt 10x im Sekundentakt mit durchgedrückten Armen auf den Brustkorb des Hundes.

Der Durchgang Beatmen und Herzdruckmassage wird 3-4 mal durchgeführt. anschließend müssen wieder die Vitalfunktionen überprüft werden.Die Reanimation wird beendet, wenn Atmung und Puls wieder eingesetzt haben oder keine Aussicht auf Erfolg mehr besteht (nach ca. 20-30 min.).

Bitte führt Reanimationen nicht einfach nur so ohne vorherige Übung durch. Informiert euch bei eurem Tierarzt, ob dieser hierzu Schulungen anbietet oder euch ggf. entsprechende Adressen nennen kann. Denn auch die Reanimation muss gelernt sein, damit sie richtig ausgeführt werden kann!!!!!!!!
   
Schließlich möchte man hierdurch seinen Hund retten!!!
 
Fremdkörper 
Fremdkörper können im Spiel, aus Neugierde oder weil es so appetitlich roch verschluckt oder eingeatmet werden. Wenn der Hund einen Fremdkörper verschluckt oder eingeatmet können Erstickung oder Organschäden drohen. 
Fremdkörper können im Hundekörper zwei Wege nehmen: 

Über die Speiseröhre in den Magen und nachfolgend in den Darm oder in die Atemwege (Nase, Luftröhre und Lunge). Dementsprechend können unterschiedliche Symptome feststellt werden:

Fremdkörper in den Atemwegen:
- Atemnot (Bewusstlosigkeit kann folgen)
- blaue Zunge / Lefzen
- Husten und/oder Röcheln
- Niesen (Fremdkörper in der Nase)
- Atmung wird von Zisch- bzw. Pfeiflauten oder Rasseln

  begleitet
- Schaumiger, glasiger Speichel wird ausgehustet

Fremdkörper in der Speiseröhre oder im Magen- / Darmtrakt:
- Erbrechen
- Würgen
- Nahrungsverweigerung
- Zunehmende Mattheit
- Teile des Fremdkörpers sind im Maul oder am After

   sichtbar (z.B. Schnur)

Werden Körperteile abgeschnürt (z.B. Zunge oder Fang), sollte man den den Fremdkörper vorsichtig durchtrennen.
Anschließend muss ungehend ein Tierarzt aufgesucht werden, damit dieser den Fremdkörper entfernen kann.

Durch vorausschauendes Handeln können Notfälle mit gefressenen oder verschluckten Fremdkörpern vermieden werden. 

Insektenstich
Gerade Bienen- und Wespenstiche können schmerzhaft und sogar lebensbedrohlich sein. 

Bienen und Wespen stechen nur dann, wenn Sie sich bedroht fühlen. Ein stöbernder oder nach den Insekten schnappender Hund kann eine derartige Verteidigungsreaktion auslösen. Deshalb sollte man dem Hund schon im Welpenalter beibringen, niemals nach Insekten zu schnappen. 
An warmen Tagen sollte auch der Futternapf kontrolliert werden. Denn eine Biene oder Wespe kann sich auch in die Wohnung verirren.
Falls der Hund gestochen worden, wird er eine Schmerzreaktionen zeigen (z.B. aufjaulen oder heftiges belecken und benagen der besagten Stelle). In diesem Fall ist schnelles Handeln angesagt. Man muss dem Hund zuvor kommen, bevor er das Insekt ggf. verschluckt. Wespen sind in der Lage mehrmals zuzustechen. Sie können beim Verschlucken weiteren Schaden anrichten. Bienen stechen in der Regel nur einmal zu. Ihr Hinterleib bleibt stecken und reißt vom restlichen Körper ab. Die Biene stirbt. Die im Hinterleib befindlichen Drüsen pumpen jedoch weiter das Gift in die Stichwunde. Der Stachel sollte schnell (idealer Weise mit einer Pinzette) entfernt werden, damit ihn der Hund nicht verschluckt.

Anschließend wird die Stichstelle gekühlt. Das reduziert den Schmerz und die Schwellung. 
In den meisten Fällen ist damit die Angelegenheit erledigt. 
Lebensgefährlich wird ein Insektenstich im Rachen. Durch das Gift schwellen die Schleimhäute an und blockieren die Atemwege. Der Hund droht zu ersticken.
Hier hilft nur intensives Kühlen der Halspartie von außen. Man darf dem Hund auf keinen Fall gewaltsam Wasser oder Eis einflößen, da er sich verschlucken kann und somit noch größere Atemnot bekommt.

Jetzt muss schnellstmöglich der nächsten Tierarzt aufgesucht werden.

Der Hund kann durch den Stich auch eine allergische Reaktion auf den Stich bekommen.
Hier kann es zu Atemnot, Schock, Bewusstlosigkeit und Hautirritationen kommen. Auch in diesem Fall gilt es, sofort den nächsten Tierarzt aufzusuchen. Es ist jedoch unbedingt erforderlich, vorher bei lebensgefährlichen Reaktionen, wie Schock, Atemnot oder Bewusstlosigkeit entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
 
   
Pfotenverband
Es gibt viele Gründe für einen Pfotenverband:
- in Glasscherben getreten
- beim Buddeln eine Kralle abgerissen
- oder beim Laufen auf Asphalt die Pfoten verletzt.
 Das sind nur einige Beispiele für mögliche Situationen. 

Gerade an den Pfoten sind Wunden in der Regel verunreinigt. Das kann zu Entzündungen oder sogar einer Blutvergiftung kommen. 

Blutungen bei Pfotenverletzungen sind häufig nicht lebensbedrohlich, dennoch sollte man durch einen Verband den Blutverlust eindämmen.

Ein Verband erfüllt noch einen weiteren Zweck. Der Hund kann die verletzte Stelle nicht ablecken oder benagen. So wird die Wundheilung unterstützt.
Manche Verletzungen heilen ohne medizinische Versorgung nur unzureichend. Dennoch sollte man im Zweifelsfall immer einen Tierarzt zu Rate ziehen.

Zu einer guten Wundversorgung an Pfoten gehören:
- eine Binde
- ggf. eine Wundkompresse
- evtl. eine Wundsalbe (z.B. Betainsadona, Bepanthen

  antiseptische Wund- u. Heilsalbe)
- evtl. Pfotenschuh als Verbandschutz

Stark verschmutzte Wunden sollten zunächst mit klarem, kaltem Wasser gereinigt werden.
Falls vorhanden, werden die Haare um die Wundränder herum mit einer Schere abgeschitten, damit diese nicht mit der Wunde verkleben oder gar Entzündungen verursachen.

Nun kann eine Wundsalbe auftragen. 
Wenn nötig, kann man eine Wundkompresse auf die Verletzung legen.
Im nächsten Schritt wird Pfote gut abgepolstert. 
Die Polsterung erfüllt zwei Zwecke. Sie verhindert ein Wundscheuern beim Laufen und nimmt Feuchtigkeit auf.
Als letzten Schritt wird die Pfote mit einer Fixierbinde umwickelt und mit einigen Heftpflasterstreifen fixiert oder man zieht einen Pfotenschuh drüber. 
Man sollte darauf achten, dass der Hund so wenig, wie möglich durch den Verband einschränkt wird.

Bei größeren Wunden, sollte auf jeden Fall ein Tierarzt aufgesucht werden..
 
Stromunfälle
Diese Notfälle können auch für den Menschen gefährlich werden.
Der Hund könnte zum Beispiel neugierig das Stromkabel der Lampe, der Stereoanlage oder vom Fernseher „überprüfen”, indem er damit spielt oder daran herum nagt. Beißt er ggf. hinein oder beißt er es sogar durch kommt an die Stromquelle, die für ihn Folgen haben könnte.

Allein das Zerren am Kabel kann für den Hund gefährlich werden, denn die damit verbundenen könnten Geräte herunterstürzen und erhebliche Verletzungen verursachen.

Kaut der Hund auf dem Kabel herum oder beißt er durch kann er einen Schlag erhalten.

Elektrische Schläge können auf zweierlei Weise schädigen. Zum einen rufen sie Verbrennungen hervor. Zum anderen haben sie eine besondere Wirkung auf die Muskulatur: Strom führt zu einer unwillkürlichen Verkrampfung der Muskeln. Das kann soweit gehen, dass es zu (Ab-) Rissen von Muskeln und Sehnen kommt. Tückisch ist dabei, dass die verursachten Krämpfe den Hund „bewegungsunfähig” macht. Das heißt, er kann sich nicht von der Stromquelle entfernen, solange Strom fließt.
Auch das Herz ist ein Muskel. Wird es unter Strom gesetzt, kann es seine Aufgabe, den Körper mit Blut zu versorgen, nicht mehr wahrnehmen. Obendrein droht Herzversagen, obwohl der Hund nicht mehr unter Strom steht.

Man sollte den Hund auf keinen Fall anfassen, solang er noch unter Strom steht.
Bevor man dem Hund mit weiteren Maßnahmen helfen kann, muss er von der Stromquelle getrennt werden (z.B. Stecker ziehen oder Sicherung ausschalten).

Nach dem die Stromzufuhr unterbrochen wurde, werden Erste-Hilfe-Maßnahmen vom Zustand des Tieres abhängig machen.
Sofern der Hund bei Bewusstsein ist, wird er vermutlich verstört sein. Man sollte ihm beruhigen und am Flüchten hindern.
Eventuell vorhandene Brandwunden können mit kaltem Wasser gekühlt werden. Das verschafft Linderung.
Bei Bewusstlosigkeit müssen die Atemwege frei gehalten werden. Bei fehlendem Herzschlag und Atmung, ist eine Reanimation notwendig. So lange, bis sich der Zustand verbessert oder der Tierarzt den Hund übernimmt.

Man sollte den Hund unbedingt in den nächsten 24 Stunden nach dem Ereignis noch intensiv beobachten. Es können auch verspätet Folgen des Unfalls eintreten (z.B. Herzversagen).

Auch wenn keine sichtbaren Verletzungen oder ähliches erkennbar ist, sollten man auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen. Besser ist Besser!!!